Wehrtechnik & Rüstungsindustrie

Präzisionsfertigung mit höchsten Schutz­anforderungen

Die Rüstungsindustrie bearbeitet Materialien, die besondere Anforderungen an Absaugtechnik stellen: CFK- und GFK-Faserstaub mit potenziellem Gesundheitsrisiko, reaktiver Titanstaub, Speziallegierungen und Verbundwerkstoffe. Dazu kommen hohe Anforderungen an Diskretion und Dokumentation.

Auf einen Blick

  • CFK/GFK-Faserstaub: H14 HEPA nach DGUV FBHM-074
  • Titan- und Aluminiumstaub: ATEX-konforme Absaugung
  • Schweißrauch Speziallegierungen: H13/H14 + Aktivkohle
  • Modulare Systeme für Bearbeitungszentren und Handarbeitsplätze
  • Diskrete Projektabwicklung – NDA auf Anfrage
  • Vollständige Dokumentation für Betreiberpflichten und Audits

Relevante Normen

DGUV FBHM-074 · TRGS 900 · TRGS 528 · VDI 2262 · ATEX 2014/34/EU · EN 14491

Was bei der Bearbeitung wirklich entsteht

Die Wehrtechnik bearbeitet Werkstoffe, die in anderen Industrien kaum vorkommen. Jedes Material erzeugt spezifische Emissionen mit eigenen Normanforderungen.

Material Prozess Emissionen & Gefährdung Normgrundlage aspur-Lösung
CFK (Carbon) Fräsen, Bohren, Sägen, Schleifen Lungengängige Fasern (L > 10 µm asbestähnlich), feiner Matrixstaub, elektrisch leitfähig, entzündlich DGUV FBHM-074, TRGS 900 H14 HEPA + PTFE-Membran, erdungspflichtig, dreistufige Expositionskategorien
GFK (Glasfaser) Fräsen, Bohren, Sägen, Schleifen Glasfaserfragmente lungengängig, Harzrückstände bei unvollständiger Aushärtung, Reizwirkung Haut/Augen TRGS 900, DGUV FBHM-074 H13/H14 HEPA, PTFE-Membran, geschlossene Erfassung
Titan & Ti-Legierungen Fräsen, Drehen, Schleifen Feiner Titanstaub brennbar und reaktiv, Zündgefahr bei Trockenbearbeitung, lungengängige Partikel ATEX 2014/34/EU, TRGS 900 ATEX-Ausführung, H14, leitfähige Komponenten, Erdung, kein elektrostatischer Funke
Aluminium-Speziallegierungen Hochgeschwindigkeitsfräsen, Drehen Aluminiumstaub explosionsfähig, Ölaerosole aus Kühlschmierstoffen, Feinstpartikel ATEX, TRGS 611, EN 14491 ATEX Zone 22, Ölnebelabscheidung H14, Abreinigungssystem
Aramidfasern (Kevlar) Schneiden, Fräsen, Bohren Feine Fasern und Fibrillen, lungenbelastend, elektrisch nicht leitfähig, kein Explosionsrisiko TRGS 900, ASGW H13/H14 HEPA, PTFE-Membran, Direktabsaugung Bearbeitungsstelle
Hochfeste Stähle / Speziallegierungen Drehen, Fräsen, Schweißen Metallstaub, Schweißrauch mit Chrom(VI) und Nickel (krebserzeugend), Kühlschmierstoffaerosole TRGS 528, TRGS 611, DGUV 209-044 H14 HEPA, Direktabsaugung Schweißrauch, Aktivkohle bei Lösemitteln
Honeycomb / Sandwichstrukturen Fräsen, Sägen, Kleben Staub aus Kern- und Deckschichtmaterial (Al, CFK, GFK), Kleberdämpfe bei Verarbeitung DGUV FBHM-074, TRGS 900 Systemlösung je Materialzusammensetzung, H14, Aktivkohle für Kleberdämpfe

* Gefährdungsbeurteilung obliegt dem Betreiber. Die Tabelle dient der Orientierung und ersetzt keine individuelle Risikoanalyse nach GefStoffV.

Die zwei größten Herausforderungen

CFK-Faserstaub und Titanstaub sind die zwei technisch anspruchsvollsten Materialien in der Wehrtechnik – mit vollständig unterschiedlichen Anforderungen.

CFK – Kohlenstofffaser­verstärkter Kunststoff

CFK ist in der Wehrtechnik allgegenwärtig: Drohnenrahmen, Radarkuppeln, Fahrzeugpanzerung, Sensorgehäuse, Strukturbauteile in Luft- und Raumfahrt. Bei der Bearbeitung entstehen Fasern und Faserbruchstücke, die das zentrale Gesundheitsproblem darstellen.

Faserlänge kritisch:
Fasern über 5 µm Länge und unter 3 µm Durchmesser gelten als WHO-Fasern – ähnliche Geometrie wie Asbestfasern, Krebsverdacht nicht ausgeschlossen

DGUV FBHM-074:
definiert drei Expositionskategorien mit abgestuften Schutzmaßnahmen – H14 ist für hohe Exposition zwingend

Elektrisch leitfähig:
Abgeschiedener CFK-Staub kann Kurzschlüsse in Steuerungen verursachen – Erdung und leitfähige Gehäuse erforderlich

Entzündlich:
CFK-Staub ist bei bestimmten Konzentrationen entzündlich – Brandschutzmaßnahmen beachten

Titan – Hochleistungs­werkstoff mit Risiko

Titan ist in Luft- und Raumfahrt sowie Militärtechnik unverzichtbar: Triebwerkskomponenten, Fahrwerke, Strukturteile, Schutzsysteme. Bei der Zerspanung entstehen feine Titanpartikel, die reaktiver sind als das Vollmaterial.

Brandgefahr Trockenbearbeitung:
Feiner Titanstaub kann sich bei Kontakt mit Zündquellen entzünden – speziell bei Trockenzerspanung ohne Kühlmittel

ATEX-Pflicht:
Titanstaub ist brennbar, bei entsprechender Konzentration explosionsfähig – Absaugung muss ATEX-zertifiziert sein

Lungengängigkeit:
Feine Ti-Partikel sind inhalierbar und lungengängig – MAK nach TRGS 900 beachten

Keine Wasserabsaugung:
Titanspäne niemals mit wasserbasierter Absaugung – Reaktion Ti + H₂O kann Wasserstoff freisetzen

ANWENDUNGEN

Für jeden Fertigungsbereich die passende Lösung

Von der CNC-Bearbeitung bis zum Handarbeitsplatz – unsere Systeme werden auf Ihren spezifischen Fertigungsbereich ausgelegt.

CNC-5-Achs-Bearbeitung CFK/GFK

Automatisierte Hochgeschwindigkeits­bearbeitung erzeugt hohe Staubkonzentrationen. Direktabsaugung integriert in die Maschinenkapselung – Faserstaub wird erfasst bevor er die Umgebung erreicht. H14 + PTFE-Membran, erdungspflichtig.

CFK/GFK

H14

MASCHINENINTEGRATION

Titan- und Aluminiumbearbeitung

Zerspanung reaktiver Leichtmetalle – ATEX-konforme Absaugung, ausschließlich Trockensystem bei Titan. Leitfähige Gehäuse, Potenzialausgleich, Erdung. Kein Kontakt des Titanstaubes mit wasserbasierter Absaugung.

ATEX

TROCKENSYSTEM

TITAN/ALU

Handarbeitsplätze & Reparatur

Manuelle Bearbeitung von CFK-Bauteilen – Schleifen, Entgraten, Anpassen. Mobile oder stationäre Absaugung am Handarbeitsplatz. Absaugtische, Rückwandabsaugung oder Gelenkarmabsaugung je nach Bauteilgröße.

MANUELL

MOBIL

GELENKARM

Schweißen Speziallegierungen

Schweißen von hochfesten Stählen, Nickelbasislegierungen oder Duplex-Stahl erzeugt Schweißrauch mit Chrom(VI) – krebserzeugend, streng MAK-limitiert. H14-Direktabsaugung an der Schweißstelle, DGUV 209-044 konform.

CHROM(VI)

TRGS 528

H14

Faserverbund-Serienfertigung

Serienproduktion von CFK/GFK-Strukturbauteilen für Fahrzeuge, Drohnen oder Schutzausrüstung. Zentrale oder dezentrale Absaugkonzepte für Mehrmaschinenlinien – skalierbar ohne Systemwechsel.

SERIENPRODUKTION

ZENTRALABSAUGUNG

FBHM-074

Instandsetzung & Wartung

Reparatur und Instandsetzung militärischer Systeme mit CFK-Bauteilen – oft unter beengten räumlichen Bedingungen. Mobile Absaugeinheiten mit H14-Filtration, schnell verfügbar und ohne feste Infrastruktur einsetzbar.

INSTANDSETZUNG

MOBIL

H14

Technisch präzise – diskret abgewickelt

Hochleistungsabsaugung für anspruchsvollste Materialien, kombiniert mit der Diskretion die Rüstungsprojekte erfordern.

H14 HEPA nach DGUV FBHM-074

Für CFK und GFK: H14 HEPA mit PTFE-Membran als Mindeststandard bei hoher Exposition gemäß DGUV FBHM-074. Abscheidung von Fasern und Matrixstaub – dreistufige Expositionskategorien werden berücksichtigt.

ATEX für reaktive Metallstäube

Für Titan und Aluminium: ATEX-zertifizierte Systeme, ausschließlich Trockensystem bei Titan. Elektrisch leitfähige Gehäuse, Potenzialausgleich, Erdung aller metallführenden Komponenten.

Maschinenintegration ab Werk

Für Maschinenbauer die Bearbeitungszentren in die Wehrtechnik liefern: Absaugung wird Teil des Maschinendesigns. CAD-Daten, Anschlusszeichnungen und Konformitätsdokumentation auf Anfrage.

Diskrete Projektabwicklung

NDA auf Anfrage. Keine öffentliche Referenznennung ohne Ihre Zustimmung. Projektgespräche in geschütztem Rahmen. Technische Unterlagen nur an direkt beteiligte Personen.

Modulare Skalierbarkeit

Von der Einzelmaschine bis zur Serienfertigung – ohne Systemwechsel. Nachrüstbar an bestehende Bearbeitungszentren ohne bauliche Eingriffe und ohne Produktionsstillstand.

Audit-sichere Dokumentation

EU-Konformitätserklärung, ATEX-Zertifikat (sofern zutreffend), Betriebsanleitung, Wartungsplan. Für BG-Prüfungen, interne Sicherheitsaudits und Behördenanforderungen direkt verwendbar.

NORMEN & VORSCHRIFTEN WEHRTECHNIK

DGUV FBHM-074
Bearbeitung von CFK-Materialien – Orientierungshilfe für Schutzmaßnahmen. Definiert dreistufige Expositionskategorien und Anforderungen an Absaugtechnik je nach Faserstaubkonzentration.

TRGS 900
Arbeitsplatzgrenzwerte – enthält den Allgemeinen Staubgrenzwert (1,25 mg/m³ A-Fraktion) sowie spezifische Grenzwerte für Titan, Chrom(VI) und andere Metalle.

TRGS 528
Schweißtechnische Arbeiten – definiert Anforderungen an Absaugung von Schweißrauch inkl. krebserzeugender Anteile wie Chrom(VI) bei Edelstahl- und Hochlegierungsschweißen.

ATEX 2014/34/EU
Gilt für Titan- und Aluminiumstaub bei entsprechender Zoneneinteilung. Die Gefährdungsbeurteilung und Zoneneinteilung obliegt dem Betreiber.

VDI 2262
Luftbeschaffenheit am Arbeitsplatz – Grundlage für die Dimensionierung und Auslegung von Absaugsystemen in der Metallbearbeitung.

Was Kunden wissen wollen

Eine direkte Gleichsetzung mit Asbest ist fachlich nicht korrekt – eine krebserregende Wirkung von CFK-Fasern ist bisher nicht eindeutig nachgewiesen. Jedoch zeigen Fasern mit einer Länge über 5 µm und einem Durchmesser unter 3 µm (sogenannte WHO-Fasern) geometrisch ähnliche Eigenschaften wie Asbestfasern. Die DGUV FBHM-074 empfiehlt daher Vorsichtsmaßnahmen und stuft CFK-Faserstaub als potenziell gesundheitsgefährdend ein. H14 HEPA ist bei hoher Exposition der empfohlene Standard.

Feiner Titanstaub reagiert mit Wasser und kann dabei Wasserstoff freisetzen – ein hochentzündliches Gas. Nassabsaugung bei Titanstaub ist daher sicherheitstechnisch unzulässig. Für Titan müssen ausschließlich Trockensysteme mit ATEX-Zertifizierung, leitfähigen Gehäusen und Erdung eingesetzt werden.

CFK-Staub ist entzündlich und bei entsprechenden Konzentrationen potenziell explosionsfähig. Die Zoneneinteilung obliegt dem Betreiber auf Basis der Gefährdungsbeurteilung. In der Regel wird bei CFK-Bearbeitung keine Ex-Zone ausgewiesen – die Anlage muss aber zwingend elektrisch leitfähig konstruiert und geerdet sein, um elektrostatische Zündquellen zu vermeiden. CFK-Staub kann außerdem Kurzschlüsse in Steuerungen verursachen.

Das kennen wir aus zahlreichen Projekten. Wir bieten vertrauliche Referenzgespräche unter NDA an – Sie können mit unseren Kunden sprechen, ohne dass Details öffentlich werden. Alternativ legen wir unsere technische Kompetenz über die Dokumentation früherer Anlagen (anonymisiert) und über eine technische Detailbesprechung Ihres spezifischen Prozesses nach.

Das hängt stark von der Intensität der Bearbeitung und der Anlagenauslegung ab. Mit automatischer Druckluftabreinigung der Vorfilterstufen erreichen wir typischerweise H14-Filterstandzeiten von 6–18 Monaten. Unsere Differenzdruckmessung zeigt den Filterzustand in Echtzeit an – Filterwechsel erfolgt bedarfsgesteuert, nicht nach fixen Intervallen. Beim Filterwechsel ist PSA (FFP3-Maske) Pflicht.

Schildern Sie uns Ihren Prozess

Beschreiben Sie Ihren Prozess und Ihre Materialien – diskret, ohne öffentliche Nennung. NDA auf Anfrage.

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner